Montag, 28. Oktober 2013

Jalebi - frittierte, indische Teigspiralen

Jalebi ist eine indische Süßigkeit, die sich auch im Orient großer Beliebtheit erfreut.   Jalebi sind frittierte Teigspiralen, die anschließend in einem Zuckersirup getaucht werden. Die Süße kann durch die Dauer die dieses Spiralen im Sirup verbringen, reguliert werden. Die Spiralen schmecken am Besten als Dessert warm, werden in Indien aber auch kalt verkauft. 

Wir hatten eine Packung mit einer fertigen Teigmischung und einem Jalebi Maker - so etwas wie eine leere Ketchupflasche - erhalten. (Warum Jilebi statt Jalebi auf der Packung stand, bleibt wohl ein Rätsel, denn selbst Google kennt nur den Begriff Jalebi.) Ein Grund diese Begehrte Süßigkeit auch einmal auszuprobieren.

Als Zutaten stand auf der Packung: Weizenmehl, Linsenmehl, Palmöl, Sesamöl, Speisenatron, Zitronensäure und der natürliche Farbstoff Carotin.

Klassisch wird der Teig aus Mehl und Kichererbsenmehl mit etwas Lebensmittelfarbstoff und Öl angerührt und 12 bis 24 Stunden fermentieren gelassen, was eine lange Zeit ist, die wir im Moment nicht hatten. Also verwendeten wir für die selbstgemachte Teigmischung etwas Hefe um einen Vergleichswert zum Teig aus der Packung mit dem Natron und der Zitronensäure hatten.

Die Fertig-Teilmischung war angerührt etwas schaumig und fiel schwer vom Löffel. Die Befürchtung, dass das keine Spiralen gibt, bestätigte sich. Der Teig war auch schwer in den Jalebimaker einzufüllen. Die erste Frittierrunde ergab so etwas wie Backerbsen. Also fügten wir mehr Wasser hinzu. Die zweite Runde war dann schon etwas besser. Die Jalebi hatten eine schöne Farbe, aber gingen nicht sehr auf. Der Jalebimaker versagte aber seinen Dienst nach der halben Teigmenge.

Für den eigenen Teig mit Trockenhefe, verwendeten wir dann einen Plastikspritzsack ohne Tülle. Das funktionierte mit unserem zähflüssigen Teig wesentlich besser. Der Druck konnte viel besser reguliert werden und die Spirallen gingen um das Doppelte auf.

In Indien wird zum Frittieren entweder Ghee oder im Süden meistens Erdnussöl verwendet. Da alle Zutaten ohne Milchprodukte sind, entschieden wir uns für Kokosfett statt Ghee. Kokosfett lässt sich hoch erhitzen und entwickelt fast keinen Geruch.

Geschmacklich fanden wir beide Versionen, sowohl die mit der Fertigteigmischung als auch unsere Selbstgemachten, sehr lecker. 
die erhaltene Jalebiteigmischung mit Jalebimakerflasche
Zutaten:
Teig:
100 g Mehl
15 g Kichererbsenmehl
135 g Wasser, lauwarm
einige Safranstränge *optional
1/2 Teelöffel Trockenhefe
1 TL Zucker
1 TL Sesamöl
Sirup:
300 g Zucker
240 g Wasser
1 TL Zitronensaft
1 EL Rosenwasser *optional
ein paar Kardamomkapseln ungeöffnet (es kann auch Kardamompulver genommen werden)
Frittieren:
250 g Kokosfett (kann auch jedes andere Frittierfett oder Öl sein)
  1. Teig: Etwas von dem Wasser nehmen und erhitzen. 
  2. Safran in eine kleine Schüssel geben und mit dem heißen Wasser überbrühen. Etwas ziehen lassen, abseihen und mit dem restlichen Wasser vermischen.
  3. Alle Zutaten für den Teig vermischen und 30 Minuten Ruhen lassen.
  4. Sirup: Inzwischen alle Zutaten für den Sirup erhitzen und den Sirup solange kochen lassen bis er sich klebrig anfühlt und ein Tropfen auf einem kalten Teller die Spur hält.
  5. Frittieren: Kokosfett in der Friteuse auf 170 °C erhitzen.
  6. Teig mit einem Schneebesen nochmals gut durchrühren. In einen Plastik-Spritzsack geben. 
  7. Teig im Plastiksack nach unten schieben und oben etwas verdrehen, damit nichts hinausfließen kann.
  8. Spitze abschneiden. Sie soll sehr klein bleiben. Etwa 5 mm Durchmesser.
  9. Mit der einen Hand das Ende des Sack halten mit der anderen unten den Teig spiralförmig von innen nach aussen in das heiße Fett drücken.
  10. Wenn die Spiralen schwimmen, dann wenden und alle goldbraun backen.
  11. Auf Haushaltspapier legen.
  12. Sind alle Spiralen fertig, dann 2 bis 3 Stück in den heißen Zuckersirup tauchen. Je nach gewünschte Süße Jalebi  20 Sekunden bis 5 Minuten im Sirup lassen.
  13. Auf Dessertteller verteilen und warm genießen oder getrennt auf ein Backpapier zum Abtropfen legen und kalt servieren.

Teig von der fertigen Mischung aus der Packung
Kokosfett in der Friteuse am Schmelzen
Spiralen aus dem Teig mit der Fertigmischung
Unsere Teigmischung mit Trockenhefe
handwarmes Wasser mit Safran gefärbt
fertiger Hefeteig vor dem Ruhen
fertiger Hefeteig nach dem Ruhen
Teig in Plastikspritzsack 
Friteuse und teilweise gebackene Spiralen aus dem Hefeteig
aufgegangene Spiralen mit Hefeteig
Spiralen auf Haushaltspapier
Spiralen auf Haushaltspapier
Spiralen im Zuckersirup
fertige Spiralen zum Abtrocknen auf Backpapier

Kommentare:

  1. Herrjeeee biste aus dem Bett gefallen oder stehst Du jede Nacht so früh auf ???

    Ich bin ja schon froh wenn ich solche Leckereien am Tag gemacht bekomme ;)hihi
    Sieht lecker aus ... Liebe Grüße Kerstin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich gehe gerne in der Nacht in die Küche, da ich da am meisten Ruhe habe. :-) Und dann kommen manchmal auch gute Sachen dabei heraus.

      Liebe Grüße
      Ananda

      Löschen
  2. Oh....das ist eine von diesen himmlischen indischen Süßigkeiten, an die ich mich bisher nicht herangetraut habe. Vielleicht ändert sich das ja jetzt....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, mich hat das auch lange abgeschreckt. Dachte, dass das mit dem Fermentieren vielleicht nicht klappt. Aber mit Hefe geht das prima...

      Löschen
  3. Witzig sehen die aus- an Kichererbsenmehl hab ich mich bislang noch nicht gewagt, fritieren tu ich hingegen gerne und verwende meist Erdnußöl.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na da hast Du ja mit den Südindern etwas gemeinsam. Die frittieren alles in Erdnussöl. Aber da die Erdnüsse auf kargen Boden wachsen, haben sie dort auch jeden Menge. Schmeckt auch sehr gut... Ist nicht soviel Kichererbsenmehl in dieser Mischung...

      Löschen
  4. Hallo Anna, die sehen echt witzig aus. Ich wäre nie auf die Idee gekommen aus Teig solche Kringel zu spritzen. Toll - was man bei dir immer alles lernen kann!!

    LG Sandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Sandra.♥ Die Idee stammt ja auch nicht von mir sondern von den Indern, die sich dann dank der 800-jährigen Mogulherrschaft bis in den Orient verbreitet hat.

      LG Anna

      Löschen
  5. Oh, die Kringel würden mir bestimmt auch schmecken. Sie erinnern mich ein wenig an Strauben/funnel cake.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt österreichische Strauben oder amerikanische Funnel auf den Jahrmärkten sind auch so Fettgebäcke, sofern sie mit einem Trichter gleich ins Fett gegossen werden. Denn es gibt bei den Strauben auch noch so Methoden wo sie wie Krapfen ausgebacken werden...

      Löschen
  6. Hallo Anna, ich hab auch gleich an Strauben gedacht, als ich dein Experiment gesehen habe. Schade, daß der Jalebimaker so schnell den Geist aufgegeben hat.

    Liebe Grüße,
    Barbara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Barbara. ♥ Der Jalebimaker hat schon nicht den Geist aufgegeben. Er hat einfach nur nicht richtig funktioniert mit dieser Teigmischung. Er wäre sicher mit meiner eigenen Teigmischung besser gegangen, aber mit der Spritztüte war es viel einfacher.
      In der Tat war ich auf das Ding selber mehr scharf als auf die Teigmischung. Nur für einen anderen Zweck.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  7. Hallo Anna,
    deine Jalebis sehen toll aus! Ich bin ein großer Fan von Indien und auch von Bollywood und habe Jalebis in einigen Filmen gesehn und dachte boah die sehen aber gut aus.
    Ich würde ja gerne Jalebis machen aber ich hab angst das was schief geht, da ich vor einigen Tagen Rasgullas gemacht habe und die erst beim 2 mal gelungen sind. Trzd schmecken sie mir nicht..allen anderen schon... Das finde ich schade...
    Ich werde es mal versuchen ... ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eigenartiger Weise sehen die in Indien so süß und fett aus, dass ich sie dort nie probiert hatte. Aber in Wirklichkeit sind sie gar nicht so süß.
      Rasgullas sind wirklich nicht einfach. Besonders, wenn man sie ohne Zusatz zubereitet. Da sind sie mir ein paar mal zerkocht. grrr... Jalebis sind da schon wesentlich einfacher.
      Erzähl uns dann wie sie geworden sind.

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...