Mittwoch, 14. August 2013

Outtakes: Walnussfrühlingsrollen

Zorra's monatlicher Blogevent wird dieses Monat von Melanie vom Blog Pimpimella ausgerichtet. Sie sucht Rezepte, die wir normaler Weise nicht bloggen würden. Da gibt es natürlich einiges bei mir, denn als Rezeptentwickler, entwickelt sich bei mir nicht jedes Rezept so wie ich es mir am Schreibtisch vorstelle. Zum Beispiel Frühlingsrollen. Wunderbar duftende, knusprige Teigrollen, die sich um einen leckeren Inhalt wie im Eingangsfoto winden. 
Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)
Fertig vorgefertigte und vorfrittierte Frühlingsrollen kann man kaufen. Die stecke ich dann in den Backofen. Als ich die Packung mit den vietnamesischen Frühlingsrollen Wrappers erhielt, dachte also an knusprige, gebackene Frühlingsrollen.  Beim Füllen entdeckte ich, dass die Wrapper riesig sind und mehr Fülle verlangten, als ich vorbereitet hatte. Ich steckte sie trotzdem in den Backofen. Heraus kamen geplatzte Frühlingsrollen, die noch dazu sehr zäh waren. Dazu nicht sehr fotogen. Seltsam im Internet hatte ich doch gelesen, dass zwischen Backen und Frittieren kein Unterschied besteht. Ich dachte an die Chinesischen, frittierten Bananen. Der Teig bräunte da zwar sehr schwer, aber sie blieben viel länger knusprig. Zweiter Versuch also frittieren. Das Ergebnis waren wieder geplatzte Wrapper und an den Stelle wo die Fülle heraustrat, war diese noch dazu verbrannt. Noch rasch gedämpft, denn Tapiokamehl eignet sich eigentlich sehr gut zum Dämpfen. Nicht so diese Wrapper.  Noch immer zäh und wieder geplatzt. 
Don't try this at home: Vietnamesische Springroll Wrappers nach dem Backen -
aufgesprungen und total zäh
 Don't try this at home: Vietnamesische Wrappers frittiert - 
aufgesprungen, verbrannt und total zäh


Doch schließlich entdeckte ich, dass diese Wrapper auch roh gegessen werden können und daraus wurden dann endlich wunderschöne, essbare Frühlingsrollen, die mich noch zu anderen Rezepten für diese Wrapper, wie durchsichtige Ravioli, inspirierten.

Und schließlich habe ich meine Idee von knusprigen Frühlingsrollen doch noch verwirklicht - mit selbstgefertigtem Teig. Nur als Test, aber doch als Rezept verwertbar.

Viel Spaß beim Ausprobieren
Anna

Zutaten für 2 bis 4 Stück:
3 gestrichene EL Weizenmehl
1 gestrichener EL Maisstärke (besser Reismehl wenn vorhanden)
4 bis 5 EL Wasser
1 Handvoll Walnüsse
1 Handvoll Datteln, entkernt
1 TL Imkerhonig (alternativ kann auch Goldsirup verwendet werden)

  1. Mehl, Maisstärke und Wasser zu einem glatten geschmeidigen Teig kneten.
  2. In einem Tiefkühlbeutel geben und 20 Minuten ruhen lassen.
  3. Inzwischen Datteln entkernen und in Streifen schneiden.
  4. Walnüsse im Blender zerkleinern. Ein paar grobe Stücke können dabei bleiben.
  5. Honig zu den Walnüssen geben und zu einer Masse rühren.
  6. Mit den Datteln locker vermischen.
  7. Teig in 2 bis 4 Stücke teilen.
  8. So dünn als möglich quadratisch ausrollen. Dazu etwas Mehl auf die Arbeitsfläche. streuen. Wer möchte kann danach die Teigstücke auch mit einem Messer zu schönen quadratischen Stücken zuschneiden.
  9. Das Quadrat mit einer Ecke zu sich drehen. Etwas von der Fülle hineindrücken.
  10. Die Ecke über die Fülle legen. 
  11. Die beiden anderen Ecken links und rechts darüberfalten.
  12. Die letzte freie Ecke mit etwas Wasser befeuchten.
  13. Alles zu einer Rolle rollen.
  14. In einer kleinen Pfanne 1 cm hoch Bratfett erhitzen. 
  15. Die Frühlingsröllchen links und rechts anbraten.
fertig geruhter Teig links - Fülle rechts
hauchdünn ausgerollter Teig zu schönen quadratischen Stücken zuschneiden
Das Quadrat mit einer Ecke zu sich drehen. Etwas von der Fülle hineindrücken.
Die Ecke über die Fülle legen. 
Die beiden anderen Ecken links und rechts darüberfalten.
Einrollen. Die letzte freie Ecke mit etwas Wasser befeuchten.
fertig einrollen
In eine Pfanne mit fingerhohen Backfett ausbacken und wenden
Fertig ausgebacken.
Selbstgemachte frittierte Frühlingsrollen mit Walnussfülle

Kommentare:

  1. Die sind mal hübsch- ein bißchen wie Börek. Also, die mit Rezept vorgestellten, bei den anderen ist es schade um die Arbeit die ja doch in sowas drinsteckt, und die feinen Zutaten- und schön dass es am Ende doch noch geklappt hat.

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    1. Bei den Gebackenen hatten meine Testesser ganz schön was zu kauen... Die Fülle war da spezieller... mit Aprikosen und Palmzuckersirup... Aber zum Glück Ende gut alles gut...

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  2. Das Foto von den zähen aufsprungenen Dinger erinnert mich an Fleischvögel. ;-)

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    1. ...du siehst, die waren wirklich nicht sehr fotogen und schon gar nicht für einen Kalender.

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  3. Haha,

    Ich freu mich gerade riesig, dass ich nicht der einzige bin, dem dieser Fehler passiert ist :). Hatte auch mal fälschlicherweise diese vietnamesischen Reispapierwrapper gekauft, als ich nen 16-Personen-Kochevent geplant hatte, und u.a. Frühlingsrollen als Beilagen geplant hatte ...
    Im Gegensatz zu dir, hatte ich einen Asiaten bei den Mitkochenden, der mich erstmal auslachte und kritisierte, als ich sagte, dass ich den Teig im Öl ausbacken will... Naja, ich hab meinen Dickschädel durchgesetzt und heraus kam ein zähe, nicht-durchbeissbare Masse, ähnlich zu lang gebackenem Tintenfisch...

    Freut mich, dass das auch anderen passiert :).

    Später, nach argterechter Anleitung zubereitet (kurz in Wasser aufgeweicht, mit Fülle zusammengerollt und "roh" gegessen) waren sie dann wunderbar :)

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    1. Danke für dieses Feedback. ♥ Das Fiese daran war, dass auf der Packung ausgebackene Frühlingsrollen zu sehen sind und im Internet behauptet wird, dass die in Asien sowohl frittiert als auch roh gegessen werden. Aber roh sind sie wirklich lecker und sehr vielseitig anwendbar. Dazu noch sehr fotogen und ein Hingucker.

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