Montag, 29. April 2013

Australische Tim Tams (Copy Cat)



Tim Tams sollen die beliebtesten Schokolade Kekse in Australien sein. 30 Millionen Pakete sollen pro Jahr verkauft und 3000 Stück pro Minute in der Firmenbäckerei hergestellt werden. Ein Grund mir diese Kekse einmal genauer anzusehen, denn Zorra vom Blog Kochtopf hat wieder zu einem Blog-Event mit dem Thema Australien eingeladen. 
8 Jahre Blog-Event - Down Under im kochtopf plus Verlosung (Einsendeschluss 15. Mai 2013)

Also was genau sind Tim Tams? Tim Tam  war der Name eines Pferdes, das bei einem Pferderennen 1958 gewonnen hatte. Als die Tim Tams 1963 zum ersten Mal produziert wurden, dachte sich einer der Arnotts, dass das der Perfekte Name für seine Kekse sei. Das Original besteht aus zwei dünne Kekse mit einer noch dünneren Schichte Creme dazwischen. Die Schoko-Kekse schmecken durch den hinzugefügten Goldsirup nach Karamell und die Schoko-Creme durch künstliche Aromastoffe nach Butter und Vanille.

Eine gewisse Berühmtheit erlangten diese Kekse durch den so-genannten Tim Tam Slam. Hierbei werden zwei gegenüberliegende Ecken des Kekses abgebissen und damit ein beliebiges heisses Getränk wie ein Strohhalm aufgesaugt. Sobald das Keks zu weich wird, wird es rasch umgedreht und der weiche Teil in den Mund gesteckt. Ein Ritual, das ich natürlich nach der Fertigstellung auch gleich ausprobierte und das auch funktionierte. Arnott's Timtam Slam hat Jennifer Love Hewitt in einer TV Show vorgeführt und kann hier auf YouTube angesehen werden. 

For all Australians who want to know if a Tim Tam Slam is possible with my Copy Cat - yes it is!!!

Nach genauer Analyse der Inhaltsstoffe des Originals und den Fotos der Produktionsherstellung fertigte ich eine Packung Tim Tams, die 11 Stück enthält, an. Emulgatoren und Farbstoffe, die wahrscheinlich nur um den Kakaoanteil in der Creme niedriger zu halten, hinzugefügt werden, verwendete ich keine. Wer Sojalezithin zu Hause hat, kann aber etwas hinzufügen.  Bei den Zutaten ist Pflanzenöl angegeben. Da ich keine Emulgatoren verwende, funktionierte der erste Versuch damit nicht so gut und das Öl trennte sich wieder als ich das Wasser hinzufügte. Zum Teil auch, weil ich noch nicht den richtigen Mengenanteil für das Öl herausgefunden hatte. Beim zweiten Versuch verwendete ich daher Ceres Soft, das eine Mischung aus ungehärteten Pflanzenölen und Pflanzenfetten wie Palmfett ist. Da das ein österreichisches Produkt ist, habe ich als Ersatz weiches Kokosfett angegeben, mit dem ich schon ähnliche Kekse gebacken hatte. Die Menge ist exakt berechnet. Um auf die 11 Doppelkekse bei dem kleinen Teigbällchen zu kommen, muss auch wirklich der gesamte Teig verwendet werden. Da ich im großen Internet nirgends die genaue Größe eines Tim Tam finden konnte, musste ich diese Schätzen. Durch das "bakingsoda" = (Natron oder Speisesoda) gehen die Kekse ein wenig in die Breite und sind nach dem Backen ungefähr 3 cm breit und 6 cm lang, was meiner geschätzten Grösse entspricht.

Das Ergebnis war überraschend gut und wegen dem Karamellgeschmack sehr lecker. Als Creme würde ich das nächste Mal lieber echte Butter und echte Vanille statt der Buttervanille und dem Milchpulver verwenden.

Viel Spass beim Nachbacken
Anna

Zutaten für 11 Stück:
Teig für 22 Kekse (3 bis 4 g pro Keks):
34 g Mehl
13 g Puderzucker
10 g Goldsirup
3 g Kakao
2 g Speisesoda
17 g Kokosfett, weich 
4 g Eiswasser
Creme (4 g pro Doppelkeks):
7 g Milchpulver
2 g Kakao
14 g Kokosfett, weich
24 g Puderzucker
1 bis 2 Tropfen Buttervanille Aroma
Glasur (7 g pro Doppelkeks):
150 g Vollmilchkuvertüre zum Tauchen
  1. Kuvertüre im warmen Wasserbad vorbereiten.
  2. Backrohr auf 200 °C vorheizen.
  3. Teig: Mehl, Puderzucker, Goldsirup, Kakao, Speisesoda und Kokosfett  in eine Schüssel geben.
  4. Alles vermischen bis alles eine bröselige Masse ergibt.
  5. Eiswasser hineinschütten, verrühren und rasch mit den Händen zu einem Teig verkneten.
  6. Teig in 22 Stücke von 3 bis 4 Gramm teilen. 
  7. Jedes Teilstrück mit 2 Teigspachteln zu einem Rechteck von einer Länge von 5 cm und einer Breite von 2,5 cm direkt auf einem Backpapier formen.  Dazu erst den Teig zu einer Kugel formen. Dann mit den Fingern ungefähr in Form drücken. Einmal mit einem Teigspachtel flach drücken und mit 2 Teigspachteln die Ränder parallel und gleichmässig begradigen. Alle weiteren Stücke mit einem fingerbreiten Abstand auf das Backpapier setzen. 
  8. Backpapier auf ein Backblech ziehen.
  9. 5 bis 7 Minuten backen.
  10. Kurz abkühlen lassen und dann mit dem Backpapier vom Backblech ziehen.
  11. Inzwischen die Creme anrühren.
  12. Alle Zutaten dazu in eine kleine Schüssel geben und verrühren.
  13. 4 g abwiegen um zu sehen wieviel Creme dann pro Stück auf ein Keks gestrichen wird.
  14. Sobald die Kekse ausgekühlt sind, jeweils 2 gleich große zusammenstellen.
  15. Je eines der beiden Kekse mit der Creme bestreichen. Anderes Keks daraufsetzen und leicht zusammendrücken.
  16. Butterpapier auslegen.
  17. Je ein Doppelkeks an einer Ecke fassen und in die Kuvertüre untertauchen, hochziehen, etwas abtropfen lassen und auf das Butterpapier legen.
  18. Mit einem  Finger nochmals in die Schokolade tauchen und die unglasierte Stelle, wo der Finger vorher das Keks bedeckte, nachglasieren.
 Zutaten ohne Eiswasser vor dem Vermischen
 vermischte Zutaten ohne Eiswasser
 fertiger Teig mit Eiswasser
geformte Kekse
fertig gebackene Kekse
Schoko-Vanille-Creme
Stärke eines Kekses
Cremeanteil pro Doppelkeks
Creme mit einem Messer verstrichen
mit dem zweiten Keks zusammengefügt
an einem Eck nehmen und in die flüssige Schokolade 
vollständig untertauchen, herausziehen und etwas abtropfen lassen
auf ein Butterpapier legen
den unbedeckten Teil mit etwas flüssiger Schokolade nachglasieren
fertige 11 Tim Tams auf Butterpapier
Tipps:
  • Auf den Fotos bei der industriellen Herstellung sind die Kekse 11 mal eingestochen. Wer möchte, kann den Teig daher auch vor dem Backen ein paarmal mit der Gabel einstechen.
  • Eine zartbitter Schokocreme aus dem Bioladen zwischen den Keksen verwenden
  • Eine Creme mit Butter, echter Vanille und Puderzucker verwenden
  • Den Teig auf dem Backpapier zu einem Rechteck ausrollen. Solange kalt stellen bis der Teig total fest ist. In 5 x 2,5 cm Teile schneiden. Jeden Teil mit Abstand auf ein Backblech legen, das mit einem Backpapier ausgelegt ist. Ist exakter, braucht aber länger und ist schwieriger.
zu einem Rechteck ausgerollter Teig

zu Rechtecken zugeschnitten

Informationsquellen und Analyse der Inhaltsstoffe für das Copy Cat:

Tim Tams Original Packung mit 11 Stück wiegt 7 Unzen  = (198,44 g)
1 Tim Tam hat 18,8 g davon 7 g Schokolade, 4 g Creme und der Rest die Doppelkekse

Zusammensetzung pro 100 g (99,22 g)
5,5 g Eiweiß ohne Schokolade 3,57
26,95 g Fett  ohne Schokolade 15,52
45,1 g Zucker  ohne Schokolade 22,11
17,05 Kohlenhydrate
5,4 g Aroma und andere Stoffe
0,031 g Salz

Inhaltsstoffe:
Milchschokolade (38%), Weizenmehl, Zucker, Pflanzenöl, Goldsirup, Milchpulver, Kakao, Salz, Aromen, 
Emulgatoren: e322 Sojalezithin, e476 Polyglycerin-Polyricinoleat
Triebmittel: e500 Speisesoda
Farbstoffe: e102 Tartrazin, e110 Gelborange S, e129 Allurarot AC, e133 Brillantblau FCF, e150 Zuckercouleur

Kommentare:

  1. Hammer!!! Danke dafür! Werde es definitiv nachbacken Mit dinkel und in vegan!! Aber super klasse sehen die aus! Ein guter start in den tag! Liebe grüsse sophie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Sophie. ♥ Bis auf die Milchschokolade aussen und das Milchpulver in der Creme sind die Kekse eigentlich schon vegan. :-) Wollte ich eigentlich noch dazuschreiben. Zartbitterkuvertüre oder vegane Milchschokolade als Glasur. Und gekochtes Fondant mit echter Vanille und Kokosfett als Creme. Dinkelmehl hat ein sehr gutes Backverhalten kann ich mir also auch gut vorstellen.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  2. Wow diese Leckerei gebe ich gleich an meine Nachbarin weiter. Sie hat schon 1 Jahr und nochmal extra 3 Monate in Down Under gelebt und wird sich die Hände reiben.
    Lieben Dank Anna für das tolle Rezept.
    liebe Grüße Kirsten

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Kirsten. ♥ Nach 15 Monate Australien dürfte sie die Tim Tams schon kennen gelernt haben. :-) Bin schon gespannt wie es ihr mit dem Nachbacken geht.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  3. WOW - was sehen die lecker aus!!! Ich bin beim Backen nicht wirklich geduldig :-( aber die versuche ich mal nachzubacken.

    Tolle Anleitung! Respekt!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Melanie. ♥ Etwas Geduld braucht man für diese Kekse schon. In der industriellen Herstellung werden sie ausgestochen und der überschüssige Teig weggezogen. Das werde ich wohl das nächste mal machen. Ich hab nur keine rechteckigen Ausstecher und muss halt dann runde nehmen. Aber dann sitzen sie gleich auf dem Backpapier in den richtigen Abständen und das geht sicher schneller.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  4. Was Dir immer einfällt! :-) Danke für die gut recherchierte Einleitungsgeschichte zu Deinen nachgebauten Keksen, ich habe noch nie was Tim Tams gehört. Lustig, dass es da sogar Slams damit gibt! Ich finde deine Ergebnisse aus der Versuchsküche immer voll spannend und schaue immer wieder sehr gerne bei Dir vorbei
    Ganz liebe Grüße von Barbara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Barbara. ♥ Ich hatte auch vorher noch nie etwas von Tim Tams gehört. Erst durch meine Nachforschungen um für den Blog Event etwas typisch Australisches zu finden. Und da die Lamingtons schon wer gemacht hat, habe ich mich für die Tim Tams entschieden. Der Slam ist ja lustig. Auf was die Leute alles kommen, wenn ihnen langweilig ist. :-)

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  5. Oooh, wie toll! Unser Supermarkt fuehrt saemtliche TimTam Sorten, allerdings zu einem sehr stolzen Preis, so dass ich die Dinger nur sehr selten kaufen mag. Umso mehr freue ich mich ueber Dein Rezept.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wow! Die gibt es tatsächlich bei uns zu kaufen! Da könntest Du mir ja einmal die genaue Größe der fertigen Kekse sagen, denn die habe ich ja nirgends finden können. Danke Persis. ♥

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
    2. Das kann ich gerne tun. Ich wuerde Dir sogar eine Packung schicken, wenn Du magst. Quasi als "gekaufte Post aus meiner Kueche" :o)

      Löschen
    3. Damit meine ich natuerlich nicht, dass Du sie bezahlen sollst, sondern dass die Kuechenpost in dem Fall nicht selbstgemacht waere, sondern aus dem Supermarkt kaeme. Hach, am fruehen Morgen sollte ich mich noch nicht im Internet herumtreiben *lach*

      Löschen
    4. Danke Persis. ♥♥♥ Das ist ja echt lieb von Dir. Ich bin aber echt zufrieden, wenn Du mir nur einmal die Größe sagst. ...und nur für den Fall, dass Du sie Dir selbst einmal kaufst.

      Ganz liebe Grüße
      Anna

      Löschen
    5. Ich habe gestern tatsächlich mal dran gedacht, im Supermarkt auf die Packungen zu achten *lach* Ein Riegel wiegt je nach Geschmacksrichtung zwischen 17,irgendwas und 18,4 Gramm.

      http://tinyurl.com/np4xm5h

      Löschen
    6. Woooo ist diese Supermarkt??

      Löschen
  6. Von diesen kleinen Köstlichkeiten hatte ich bisher noch gar nicht gekannt. Aber sie sehen so köstlich aus, das kommt definitiv auf die Nachback Liste.

    LG von Frau Bunt an das gesamte Team.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Frau Bunt. ♥ Inspiriert wurde der Herr Arnott für seine Kekse von den englischen Pinguin Keksen, die es auch bei uns gibt. Die sind ein bißchen rustikaler.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  7. Schöne Geschichte, witziger Keks.... ich nehme gern einen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Ninive. Die Woche war aber rasch um. Ich hoffe Du hast Dich gut erholt. ...und bitte bediene Dich ruhig bei den Keksen. Da schon fast mehr Schokolade dabei ist, habe ich sie bei den Schokoriegeln eingeordnet... lg Anna

      Löschen
  8. Wo hast Du denn das Rz ausgebuddelt?
    Ich überleg mir den Wolf, was Ich zu dem Event beisteuern könnte u. dann kommst Du mit sowas um die Ecke ... so was feines, wie soll man das noch toppen?

    Lasst es Euch schmacken
    LG in den 1 Mai
    Kerstin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für die 1. Mai Grüsse Kerstin. ♥ Australien ist wirklich kein einfaches Thema. Das was ich machen wollte war schon gemacht und keine Ahnung mehr wie ich auf die Tim Tams gestossen bin. Da hat sich jedenfalls gezeigt wie wichtig es ist, in der Schule bei Mathe aufzupassen. Da gab es dann viel zu berechnen. Von Unzen in Gramm und dann noch Packungsbeschriftungen, die viele Unbekannte beinhalteten. :-) Von all den Masterchef Serien, die so rund um die Welt laufen, habe ich Masterchef Australia am liebsten. Da dachte ich mir ah fein, Australien ist kein Thema. Nur musste ich dann feststellen, dass ausser den Köchen, die Dinge zeigten, die wir hier nicht haben, die Rezepte sehr international sind. Und Donna Hay ist zwar Australierin, aber kocht auch in keiner Weise so, dass man sagen kann, das ist typisch australisch.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  9. Hallo Anna, jetzt meldet sich der Lamington-Rezepte-Dieb ;-).
    Aber ehrlich gesagt sehen deine TimTams viel leckerer als meine Lamingtons aus.
    Liebe Grüße,
    Barbara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Barbara. ♥ Ich fand Deine Lamingtons aber auch sehr lecker. Und wahrscheinlich werden sie auch auf viele unterschiedliche Arten gemacht. Ich bin echt schon gespannt was den Leute zu Australien sonst noch einfällt.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  10. Wie cool ist das denn! Ich bin sicher deine Tim Tams schmecken besser als das Original. Und danke auch für die Hintergrundinfos, da habe ich ja wieder einiges gelernt!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Zorra, ♥ Ich bin froh, dass sie Dir gefallen. Ich hoffe ich kann damit einmal Australische Gäste beeindrucken. :-) Im Moment überlege ich mir eine rustikalere Homemade Version.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  11. liebe anna,
    erst mal- danke für das rezept! ich liiiiebe timtams seit meinem trip durch australien und habe sie gerade nach deiner anleitung selbst gemacht. sie schmecken echt richtig gut, allerdings, im vergleich zum original, das ich gerade da habe, sind sie noch ein bisschen zu "dunkel". also werde ich es wohl noch mal ausprobieren und entweder weiße mit vollmilchkuvertüre mixen oder kakaobutter einrühren, dann isses vielleicht perfekt. aber auch so kann man die kekse serr serr gutt wegknuspern. : )
    ich melde mich nach dem zweiten versuch.
    1000 dank, liebste grüße, maike

    ach ja, die originalen timtams sind 6 x 3 cm groß und wiegen 18 g (also, die "Original"sorte). : )

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. liebe maike,
      das finde ich ja richtig cool, dass da jemand die nachgebacken hat. und vielen dank für die masse. da habe ich es ja doch ganz gut mit meiner schätzung getroffen. danke für das tolle feedback. ♥

      liebe grüße
      anna

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...