Mittwoch, 27. Februar 2013

Fondant Eier

 
Gekochtes Fondant kann nicht nur zum Glasieren verwendet werden. Das Wort Fondant kommt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt "schmelzend". Und in der Tat schmilzt sie auf der Zunge. Daher wird diese Masse auch zur Herstellung von Fondantkonfekten und edlen Pralinen verwendet. Bekannt sind auch ganz oder zum Teil überzogene größere Fondantstücke als Weihnachtsschmuck und zur Osterzeit die Dottereier. Feine, dünne, gegossene und mit Schokolade überzogene Fondantstücke, so wie wir sie im Buch auf Seite 162 zeigen, können einfach auf Backpapier gegossen werden. Bei größere Fondantstücke, wie den erwähnten Dottereiern zum Beispiel, funktioniert dies nicht ganz so gut. Damit größere Fondantstücke die Form halten und gleichmässig ohne Risse trocknen, müssen sie in ein Stärkebett gegossen werden, wo die Feuchtigkeit langsam in die Stärke wandert. Heute zeigen wir wie mit gekochtem Fondant solche Fondant Eier herstellt werden. 

Zutaten für 5 Stück à 30 g:
150 g Fondant Buch Seite 74*
Aroma nach Belieben (geriebene Orangenschale, Zitronenschale, Pfefferminzöl...)
Lebensmittelfarbe Orange (gekauft: 1 Tropfen rot 9 Tropfen gelb) oder aus der Küche (Edelsüsser Paprika mit Kurkuma in warmen Kokosfett gelöst)
Maisstärke für Stärkebett
50 g Zartbitterkuvertüre

*Rezept im Buch auf Seite 74, alternativ dazu Orangenfondant hier, Ingwerfondant hier oder gekaufter Zuckerguss
  1. Für das Stärkebett füllen wir in einen leeren Eisbecher oder sonst einem Gefäss zirka 2,5 cm hoch Maistärke ein. Diese kippen wir dann auf ein Backblech und streichen sie mit einem Teigspachtel aus.  Bei 110 °C Umluft lassen wir die Stärke 2 Stunden trocknen. Herausnehmen und auskühlen lassen.
  2. Gekochtes Fondant aromatisieren. Ist das Fondant nicht gerade frisch gekocht, dann vorher etwas erwärmen.
  3. Einen kleinen Teil des Fondants für den Dotter orange einfärben.
  4. Ausgekühlte Stärke in die Form schütten und mit dem Teigspachtel glatt streichen.
  5. Eine ungeöffnete Walnuss (Es kann auch ein Schokoladeei sein) mit einer Frischhaltefolie überziehen. In die Stärke mit etwas Abstand feste Abdrücke machen.
  6. Weiche Fondantstücke in die Ausbuchtungen legen. Es wird sich gleich anpassen,
  7. Eingefärbtes Fondant auf einem Stück Backpapier ausstreichen und etwas abtrocknen lassen.
  8. Kleine Kugeln formen und auf die Eier legen. Ein Teil wird automatisch einsinken.
  9. An einem trockenen Ort 3 bis 5 Tage trocknen lassen.
  10. Aus dem Stärkebett nehmen und mit einem Backpinsel die Stärke entfernen. Dann mit einem Küchentuch die restliche Stärke abwischen.
  11. Zartbitterkuvertüre im Wasserbad zum Schmelzen bringen.
  12. Etwas Kuvertüre auf einem Esslöffel geben und das Ei hineinstellen. Herausnehmen und auf umgekehrt auf das Backpapier legen. 
  13. Finger in ein neutrales Speiseöl tauchen und die unglasierte Seite leicht damit einölen.
  14. Jedes Ei einzeln in Frischhaltefolie einpacken.

kleines Stärkebett mit Eiabdrücke
hier wurden die Abdrücke mit einem geformten, festen Fondantei gemacht
weiches Fondantstück, das sich der Form gleich angepasst hat
orange Fondantkugel in das weiße Fondant gelegt
nach dem Trocknen und Beseitigen der Stärke
Fondantei in Esslöffel mit geschmolzener Orangenzartbitterschokolade
auf dem Backpapier
fertig Fondant Dotter Eier
(durch die Orangen-Zartbitterschokolade mit 70% Kakaogehalt,
 sieht bei uns die Glasur etwas klumpig aus)
Tipps:
  • Für die Abdrücke kann jede Art von Eiform genommen werden. Das kann auch eine kleine Kartoffel, ein echtes Ei, eines aus Marzipan oder festem Fondant geformtes Ei sein.
  • Es können auch kleinere und flachere Eier hergestellt werden. Das gibt dann mehr als 5 Eier á 30 g wie bei uns.
  • Statt Maisstärke kann auch glattes Mehl oder Weizenstärke verwendet werden.
  • Die Stärke aus dem Stärkebett kann immer wieder für solche Zwecke verwendet werden. Muss aber jedesmal vor Verwendung getrocknet werden.
  • Wer wie wir die Schokolade bis ganz oben an dem Rand haben möchte, kann sich mit Alufolie kleine Ringe falten und zusammenstecken. Dann das Ei mit Dotter nach unten in den Ring legen und die Kuvertüre mit einem Teelöffel darüber gießen. An den unteren, leicht überstehenden Rändern dann mit einem glatten Messer die Kuvertüre wegstreichen.
Alufolienring
hier erst im Esslöffel getaucht (dann mit einem Messer bis nach unten verstrichen)
ganz mit Schokolade übergossene Eier erhalten aber einen gleichmässigeren Rand

Kommentare:

  1. Vielleicht müßte man die tatsächlich selber machen um sie zu mögen, es war mir immer ein Rätsel.... Tochter allerdings liebt die Teile. Und so schön sind deine geworden....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Den Schmelz von Fondant liebe ich schon seit meiner Kindheit. Meine Mutter hatte Fondant in Seidenpapier gewickelt und auf dem Weihnachtsbaum gehängt. Da hatte sie dann für uns immer fleißig über die Weihnachtsfeiertage nachgehängt. Jetzt liebe ich Fondant nur mehr in feinen in Schokolade gehüllten Täfelchen. So Portionen wie die Fondant Eier sind mir einfach zu groß. Ich hab sie auch gleich an Kinder verschenkt. :-) Bei selbstgemachten hat man den Vorteil der Kontrolle über Aroma und Farbstoff.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  2. Genial ... ich glaub ich sollte mir echt dein Buch zulegen ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was? Du hast es noch nicht? :-)))) lg Anna

      Löschen
  3. Danke für die tolle Anleitung!
    Jetzt versteh ich endlich mal, wie das geht :)

    LG Marina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Marina, das habe ich auf einem Patent entdeckt, das jemand angemeldet hat, damit Fabriken, den Weg über das Stärkebett umgehen können. Da wurde erst genau beschrieben wie und warum die Fondanteier mit dem Stärkebett gemacht werden. Vorher wunderte ich mich immer warum größere, gekochte Fondantstücke immer so seltsam trocknen und rissig werden.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  4. schöne Schokoladen-Eier. Ich mache auch eine Schokolade Dekorationen. Willkommen auf meinem Blog: http://ausschokolade.blogspot.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Paulina, ich habe mir Deinen schönen Blog angesehen. Cooler Schmetterling. Muss ich auch einmal probieren.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  5. Hallo Anna,

    wow!! Was für eine tolle Idee. Jetzt wo der Osterhase bald auf Besuch kommt. Sehr schön.

    LG von Frau Bunt

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, schön langsam können wir uns ja auf Ostern schon vorbereiten.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  6. Fondanteier - wunderbar! Endlich unabhängig, denn für die muss ich meilenweit fahren. In Wien sind sie kaum zu bekommen und wenn, dann schmecken sie nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, ich wusste gar nicht, dass wir sie hier in Österreich so schwer bekommen. Aber seit ich weiß wie einfach Fondant kochen geht und das immer gut schmeckt, kaufe ich auch keines mehr.

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  7. Oh, meine Mutter liebt diese Teile. Da werd ich sie spätestens zu Ostern mit Selbstgemachten überraschen. Danke für das Rezept und die Anleitung.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Frau K. ♥ Da wünsche ich gutes Gelingen!

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...