Samstag, 12. Januar 2013

Mince Pies - Englische Früchte Törtchen

Jemand hatte uns eine Packung Lattice Mince Pies geschenkt. Diese Packung stammte aus England und frei übersetzt heißt das soviel wie Törtchen mit gehackter Füllung und einer Gitterkruste obenauf. Wir googeln und finden heraus, dass es sich dabei um traditionelle, englische Weihnachtsküchlein handelt, die mit einer gewürzten Mischung aus Rosinen, Sultaninen, Korinthen, Zitronat und Orangeat gefüllt sind.  In unserem Vorrat haben wir noch nicht verarbeitete Zutaten von unserer Weihnachtsbäckerei. Eine ideale Gelegenheit also diese aufzubrauchen.

Unser erster Schritt war natürlich eine kleine Analyse der auf der Verpackung angegebenen Zutaten. Unter "Butter Rich" versteht die Firma 7 % Butter und 7,6 % pflanzliche Fette und Öle. Die frischen Feigen und Kokosraspeln, die auf der Verpackung zu sehen sind, sind nicht in den Zutaten enthalten. Auch nicht getrocknete Feigen. Zu den traditionell bereits oben erwähnten Zutaten, kommen noch Zitronensaft mit dem Abrieb der Schale, brauner Zucker und schwarze Melasse, Äpfel, Reismehl, Pektin und als Gewürze Zimt, Muskatnuss und Gewürznelken.

Als zweiten Schritt entschlossen wir uns das Wort Butter Rich wörtlich zu nehmen und nur Butter und statt der abgebildeten nicht enthaltenen Feigen unsere Datteln zu verwenden. Braunen Zucker und schwarzer Melasse tauschten wir mit unseren Vollrohrzucker.

Zutaten für 21 bis 24 Stück:
Teig:
320 g Mehl (Wir haben Vorarlberger Kuchenmehl verwendet)
225 g Butter eiskalt
1 TL Zucker
1 Prise Salz
5 bis 8 EL Eiswasser
Fülle:
30 g Butter
130 ml Orangensaft
70 g Vollrohrzucker
1 großer Apfel
70 g Rosinen
70 g Sultaninen
50 g Korinthen
70 g Datteln, entkernt
60 g Orangeat, kleingehackt
60 g Zitronat, kleingehackt
1/2 TL Zimtpulver
1 Prise geriebene Muskatnuss
1/4 TL geriebene Gewürznelken
Saft einer halben Zitrone* optional (der Orangensaft enthält schon sehr viel Säure)
Abrieb einer ganzen unbehandelten Zitrone
1 g Apfelpektin mit 2 TL Zucker gemischt *optional
2 x 12-er Muffinform
  1. Fülle: Butter, Orangensaft, Vollrohrzucker, Rosinen, Sultaninen, Korinthen, Orangeat, Zitronat, Zitronensaft und Abrieb der Schale in den Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen.
  2. Inzwischen Apfel schälen, entkernen und gleich direkt hineinreiben.
  3. Datteln klein schneiden und dazu geben.
  4. Gewürze (Zimt-, Muskatnuss-, Gewürznelkenpulver) hinzufügen.
  5. Dazwischen immer rühren.
  6. Nach 20 bis 30 Minuten kochen und rühren, sollte die Masse eingedickt, aber noch gut saftig sein.
  7. Honig und den Apfelpektin hinzufügen.
  8. Kurz kochen lassen. Dann in eine Schüssel schütten und kalt stellen. Bevorzugt ein paar Stunden durchziehen lassen.
  9. Teig: Butter in Würfel schneiden.
  10. Mehl, Butter, Zucker und Salz  auf die Arbeitsfläche schütten und mit einem Teigspachtel die Butter in das Mehl einhacken. Dann in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer/Rühreinsatz auf niedrigster Stufe solange verrühren, bis Mehl und Butter zu einer krümeligen Masse geworden ist. 
  11. 5 EL von dem vorbereiteten Eiswasser hineinschütten. Mit den Händen rasch durchmischen und kneten. Ist der Teig noch krümelig, dann nach und nach einen halben EL Wasser hinzufügen. Nicht zuviel Wasser nehmen. Der Teig soll eher krümelig als zu weich sein.
  12. Teig in 2 Teile teilen und daraus Kugeln formen. Je eine Kugel in einen Tiefkühlbeutel geben und mit dem Nudelholz darüber rollen. Flachen Teig 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
  13. Einen Teigfladen aus dem Kühlschrank nehmen. Arbeitsfläche leicht mit Mehl einstauben. Nudelholz mit Mehl abreiben. Mit dem Nudelholz 3 mm dick nach allen Seiten ausrollen. 
  14. Einen Deckel von einem Schraubglas ø 8,5 darauflegen. Mit einem Zahnstocher entlang der Aussenkante den Teig ausstechen. Sind alle Kreise gezogen, den überschüssigen Teig abziehen.
  15. Backrohr auf 200 °C vorheizen.
  16. Muffinformen ausfetten und mit Mehl einpudern.
  17. Teigscheiben einlegen. Die Ausbuchtungen damit auslegen und gut an dem Boden und dem Bodenrand andrücken.
  18. 1 EL von der Fülle hineingeben und mit beiden Händen mit je zwei Fingern die Fülle verteilen. So verschiebt sich der Teig nicht.
  19. Restlichen Teig erneut ausrollen und mit einer Sternausstechform ø 6 cm ausstechen. In der Mitte noch ein Loch mit einem umgekehrten Trichter ausstechen. Auf die Fülle legen und an den Berührungspunkten festdrücken.
  20. 15 bis 25 Minuten backen.
  21. Herausnehmen und abkühlen lassen. Mit einem Schneidbrett bedecken. Muffinblech wenden. Die Pies fallen sofort umgekehrt auf das Brett.
  22. Umdrehen und Servieren.
Füllmasse mit geriebenem Apfel
fertig gekochte Füllmasse

Mehl-Buttermischung nach dem Rührmixer
Eiswasser (Schüssel mit Wasser aus dem Tiefkühlfach)
fertiger Teig - links eingedrückt
Teig vor dem Kühlen in einem Gefrierbeutel flach gerollt
Teig mit Gurkenglasdeckel und Zahnstocher
statt Ausstechform ø 8,5 cm
3 mm dicker ausgerollter Teig
ausgestochener Teig - Sterne zum Abdecken ganz hinten, 
rechts größere Scheiben für größere Aluformen 
mit abgezogenem Teigrest vorne
Muffinform mit Butter eingefettet und mit Mehl eingepudert
Teigscheibe in Muffinausbuchtung
mit Fülle gefüllt und mit Stern abgedeckt
fertig gebackene Pies
umgekehrte Pies auf dem Schneidbrett
fertige Pies, nicht abgeglänzt
Tipps:
  • Kandierter Ingwer oder Ingwerpulver in die Fülle mischen.
  • wer die Pies länger aufbewahren will, sollte noch 1 TL Honig in die Fülle geben. Der Fruchtzucker vom Honig zieht Feuchtigkeit an und hält die Fülle länger saftig.
  • Reismehl oder Maisstärke statt Apfelpektin. Fertige Füllmasse leicht einstauben.
  • Wer keine Korinthen hat, kann auch wie wir nur Rosinen und Sultaninen verwenden.
  • Wer keinen Rührmixer hat, sollte die Butter mit einem Kartoffelstampfer oder anderen Küchengerät mit dem Mehl verarbeiten. Den Teig so wenig wie möglich mit den warmen Händen bearbeiten.
  • mit Honig abglänzen
  • kleine Aluformen ø 5,5 cm oben ø 4,5 unten verwenden
fertig hergerichtete Pie in kleiner Aluform ø 5,5 cm vor dem Backen
wir haben hier die Aluformen von den Pies aus der Packung verwendet 
fertig hergerichtete Pie in großer Aluform ø 9 cm vor dem Backen
fertige große und kleine Pies in Aluförmchen




fertige kleine Pies aus der Aluform - rechts angeschnitten



Anschnitt: links Pie aus der Packung - rechts unser Pie
links Pie aus der Packung - rechts unser Pie
Tipps:
  • Wer eine Küchenmaschine hat, kann das Mehl und die Butter in der Küchenmaschine bis zur krümmeligen Masse rühren. 
  • Statt dem Teigspachtel kann die Butter auch mit einer Palette in das Mehl eingehackt werden. Dazu die Palette an beiden Enden festhalten.

Kommentare:

  1. Bißchen wie Linzer "in english", ich nehm gerne eins zum Tee

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    1. Gerne schicke ich Dir eines von den Törtchen. Würde nur sagen weniger Linzer als Früchtebrot. Nur leider gibt es viele Leute, die keine Rosinen mögen und viele, die kein Orangeat essen. Vielleicht ein Grund warum diese Törtchen bei uns nicht sehr bekannt sind. LG Anna

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  2. Die sehen so wunderbar aus, einfach köstlich, ich könnte gerade in den Bildschirm fassen.Hach, was für ein schönes Rezept und dann noch die restlichen Trockenfrüchte zu verarbeiten. Ich mag diese Teilchen super gerne und machte die einige Jahre auch, dann kamen andere Sachen, aber jetzt kann ich es nicht mehr erwarten die wieder zu machen, nach diesem Rezept. Liebe Grüße und einen schönen Sonntag Ingrid

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    1. Wow, danke Ingrid. Hier spricht ja eine Expertin. Ich habe ja keine Ahnung warum ich erst durch ein Packung herausfinden musste, dass das ein Weihnachtsgebäck der Engländer ist. Nächste Weihnachten stehen die bei mir dann auch auf der Liste.

      Ich wünsche Dir auch noch einen schönen Sonntag abend.
      Anna

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  3. OMG! Mince Pies! Die sind sooo lecker. Krieg ich eins? Gehören eigentlich zu Weihnachten dazu... leider hab ich es zum letzten Weihnachtsfest nicht geschafft welche zu backen. Wirklich toll gemacht! Und einfach so von der Verpackung hergeleitet!? Alle Achtung die sehen super aus. Viel besser wie ausm britischen Supermarkt! Die werden ja eigentlich für den Weihnachtsmann gemacht. Zusammen mit einem Glas Milch stehen sie vor dem Kamin... und sind frühs am 25.Dezember vernascht ;-). Well done.

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  4. Pies schon unterwegs. :-) Interessante Geschichte mit dem Weihnachtsmann. Du kennst Dich ja wie es scheint mit der englischen Kultur gut aus. Ich dachte immer, dass der Weihnachtsmann und der Kamin eine Amerikanische Sache ist. Und jetzt erfahre ich, dass diese Tradition aus England stammt. Wieder etwas dazugelernt. Bei CopyCats halten wir uns meistens sehr nach der Verpackungsaufschrift, bei diesen Pies aber nur lose. Die Gewürze habe ich nach Verpackung und Verkostung angepasst. Ich habe aber auch für mich andere Gewürzmischungen ausprobiert und fand, dass ein Glühweingewürz auch gut gepasst hätte. LG Anna

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  5. Davon könnte ich jetzt gut und gerne einen von essen :D
    LG Sarah

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    1. Ich gebe Dir gerne einen davon ab Sarah. Danke für Deinen Kommentar. LG Anna

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  6. Un gran trabajo exquisita receta muy linda,abrazos y abrazos.

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